Aktuelles

News

Etappe 15 St.Louis-Banjul

Am frühen Morgen nahm die Kolonne mit Eskorte Aufstellung in St. Louis. Die letzte Etappe stand an. Vorfreude auf das große Ziel Banjul.

Rallyetagebuch - Tag 20

Am frühen Morgen nahm die Kolonne mit Eskorte Aufstellung in St. Louis. Die letzte Etappe stand an. Vorfreude auf das große Ziel Banjul. Was würde uns erwarten? Doch hoffentlich nicht wieder eine Ölwannnenopferung?!? Erstmal rausgeschlängelt aus St. Louis. Der 3er Golf der Sandmänner hing mit allen 4en in der Luft. Einfach mal kurz nach Start aufgesetzt auf nem Asphaltbuckel. Die Räder in der Luft. Mit Muskelkraft wurde der Flitzer wieder auf die Strecke geschickt. 70 Kilometer abgespult, aufgereiht wie an einer Perlenschnur durch den Senegal. Also die Perlen waren mal mehr, mal weniger dicht beisamen. Große Teamsammlung dann aber beim Tankvollschwappern für die letzte große Etappe. Das große Ziel vor Augen. Nur noch ein paar hundert Kilometer bis Banjul. Aber die hatten es in sich.Nach den paar Kilometer Asphalt wurde es richtig schmutzig. Staub und Hitze machten uns zu schaffen. Mal wieder Sand und Staub in den Schuhen. Auf der Haut auch. Auf dem Lack sowieso. Ein Gemisch aus Sonnenmumpe und rote Staub auf dem Körper und der Kleidung. (Ja, Mumpe. Aus gutem Grund: Das Wort "Öl" wollen wir sowieso nicht mehr in den Mund nehmen, Hauptsache läuft wie geölt und die Wannen sind sicher.)Große Hatz mitten durchs Gebüsch, durch Sand. Waschbretter, die - weil sie eben als Fahrbahnuntergrund so geformt huckelig, buckelig sind - Mensch und Maschine einiges abverlangten! Beim "Solo für Afrika"-Passat dann ein Reifenschaden. Ersten Berichten der Schraubergilde zufolge borhte sich ein weggefetzter Unterfahrschutz in das Gummi. Beim Troglydyten-BMW wurde der zerfledderte Unterfahrschutz abmontiert. Nanana, das wird doch nicht das selbe Ende nehmen wie beim Benz des Teams? Nein, das nahm es nicht. Und dabei war dieser Endspurt wirklich so richtig echt wild.

 


Ein paar Krümel Asphalt waren auf dieser Etappe auch mit im Spiel. Das Gewusel durch Kaolack war eine weitere echte Härteprüfung für die Kolonne! Mitten hindurch, auch durch das große Menschengewusel am Hafen. Dann Spannung beim Team Elztal Racing. Der Reifen hinten rechts war hin. Da wurde Schaum reingesprüht, der das alles abdichten sollte. Für mindestens einen Kilometer legte das Team dann allerdings eine Schaumzipfelsprühspur auf den Asphalt. Also immer weiter Richtung Süden, der Elztal-Racing-Spur hinterher. Und erneut rein in den Staub. Geholper auf den Restbeständen eine Teerpiste. Löcher mit der Größe eines Rallyeboliden, der da wahrscheinlich komplett drin verschwinden könnte. Also entweder sanft drübergestolpert. Oder drübergeflitzt mit ordentlich Speed, in der Hoffnung, dass da keine wirklich Öffnung im Asphaltrestbestand folgt. 

 


Wir nennen das traditionsgemäß das senegalesische Schlaglochbingo. Wer eins findet, darf hupen. Oder n Foto machen. Irgendwann waren wir dann auch an der Grenze. Ausreise Senegal, Einreise Gambia in neuerlicher Bestzeit absolviert. Tatsächlich bei Tageslicht ruckzuck aus dem Senegal raus, in Gambia ebenso schnell eingereist. Von der DBO empfangen, von der Polizei eskortiert. Am Ziel waren wir jedoch noch lange nicht.

Zunächst mussten noch alle Fahrzeuge über den Gambia-River.Das geschah in mehreren Etappen. Während diese Zeilen getippt werden, sind wir noch in freudiger Erwartung. Das wird ja wohl klappen, alle Teams rüberzubringen.Mit Polizeieskorte - und auch von einem einheimsichen Fernsehteam aus der Dachluke filmend begleitet - sausten wir durch die Dämmerung. Am Abend dann Willkommensessen, traditionell mit Spaghetti und Jul Brew. 

Jetzt erwarten wir also noch die Fährnachzügler, dann verteilen wir uns auf die Hotels und Campingplätze der Gegend. Erstmal duschen, schlafen, alles andere klären wir dann danach. Cool, wir sind in Banjul!
geschrieben von www.rallye-dresden-dakar-banjul.com/rallyetagebuch am 26.03.2011 um 09:48 Uhr.
 
 

Rallyetagebuch - Tag 20 - radwechsel-mobil Aktuelles (Druckansicht)